Der Autor Peter Peter über die Biografie eines Kochbuchs
im Bayerischen Jahrbuch für Volkskunde 2017 (Auszug):
[Die Autorin] gewinnt der scheinbar trockenen Sprache der Rezepte ungeahnte Facetten ab. Sie unternimmt textkritische und philologische Analysen zu Stil, Wortschatz, Dialekt und Hochsprache, ja zu Register und Umschlag. Sie betreibt praktische Materialkunde und erforscht verschwindende Kochtechniken wie Geflügel rupfen oder Milzwurst selber machen. Dabei gelingt es ihr immer wieder, kochbuchliche Auffälligkeiten mit gesellschaftlichen Parallelphänomena anschaulich zu verknüpfen. Aufgelockert wird dieser wissenschaftliche Ernst [...] durch einen frischen persönlichen empirischen Zugriff.
Der Klassiker [= das Bayerische Kochbuch] ist kein Trendsetter, sondern eher ein Rezipient gesellschaftlicher Entwicklungen und verlässlicher Wegbereiter. Dass es Regina Frisch gelingt, trotzdem das Potential einer genuin bayerischen Küche herauszuschälen, macht ihre Biografie nicht nur für Historiker und Heimatpfleger lesenswert, sondern auch für Köche und Gourmets.